Samstag, 25.04.2026
Hannover Kollektiv in der St. Martin Kirche in Bennigsen
Warum in die Ferne schweifen – Ein hochkarätiges Jazzensemble in Bennigsen
Es war ein Konzertabend, der in Erinnerung bleibt: Das Hannover Kollektiv, eine Working Band aus fünf herausragenden Jazzmusikern, gastierte am Samstag in der Bennigser Kirche St. Martin – und verwandelte den Kirchenraum in einen vibrierenden Klangraum voller Energie, Farben und feiner Zwischentöne. Etwa 60 Besucherinnen und Besucher waren gekommen und erlebten ein Programm, das zeitgenössischen europäischen Jazz in seiner ganzen Spannweite präsentierte.
Das Hannover Kollektiv, eine Band, die Zeit investiert – und das hört man. Sie versteht sich nicht als Projektband, sondern als kontinuierlich arbeitendes Ensemble, das seine Musik gemeinsam entwickelt. Diese Haltung prägte den gesamten Abend: Die Stücke wirkten organisch, atmend, voller Dialoge und spontaner Wendungen. Jeder der fünf Musiker brachte seine eigene musikalische Welt ein – Klassik, Avantgarde, freie Improvisation, Bigband Erfahrung und kammermusikalische Präzision verschmolzen zu einem gemeinsamen Klang. Das Ergebnis: Mit Claus Michael Löhr (Trompete/Flügelhorn), Thomas Zander (Saxophone), Achim Kück (Piano), Sebastian Bauer (Kontrabass) und Timo Warnecke (Schlagzeug) stand ein Quintett auf der Bühne, das mit individueller Klasse und gemeinsamer künstlerischer Tiefe eindrucksvoll zeigte, wie lebendig moderner Jazz klingen kann. Denn das Konzert spannte einen weiten Bogen durch die zeitgenössische Jazzlandschaft. Auf dem Programm standen Werke von Enrico Pieranunzi, Wayne Shorter, Alan Pasqua, Kenny Wheeler, Danny Grisset, Chris Potter und Fred Hersch – ergänzt durch Eigenkompositionen von Achim Kück.
Die Auswahl reichte von lyrischen Stücken wie Endless Stars bis zu rhythmisch komplexen Titeln wie Digital Big Foot oder The Cube. Immer wieder öffneten sich Räume für eindrucksvolle Soli: Trompete und Flügelhorn, Saxophon, Piano, Kontrabass und Schlagzeug erhielten jeweils Momente, in denen ihre individuellen Stimmen klar hervortraten – und das Publikum hörbar berührten.
Die Mischung aus anspruchsvoller Komposition, improvisatorischer Freiheit und hörbarer Spielfreude führte zu einem Abend, der das Publikum mitriss. Der Beifall zeugte davon, wie begeistert die Zuhörerinnen und Zuhörer von der Musik, der Atmosphäre und der besonderen Intensität dieses Ensembles waren.
Ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, dass man für Jazz auf hohem Niveau nicht in die Großstadt fahren muss – denn Bennigsen bietet selbst eine Bühne, auf der Musik dieser Qualität unmittelbar erlebbar wird.
Fotos: Dorit Baumann
Samstag, 14. März 2026
Konzert zur Passionszeit in der Lüderser Marienkirche – Akkordeon Total!
Ein außergewöhnlicher Konzertabend mit Alexandre Bytchkov
Die Lüderser Marienkirche erlebte ein musikalisches Ereignis der besonderen Art: Der international ausgezeichnete Akkordeonist Alexandre Bytchkov präsentierte ein beeindruckendes Solokonzert.
Mit warmen Worten hieß Pastorin Nele Thomaier die Gäste willkommen, bevor sich die rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine abwechslungsreiche musikalische Reise einließen. Auf dem Programm standen Werke von J. S. Bach, A. Vivaldi, Z. de Abreu, A. Piazzolla sowie weiteren Komponisten.
Bytchkov, zweifacher Deutscher Akkordeonmeister und Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe, zeigte eindrucksvoll, warum er zu den herausragenden Künstlern seines Fachs zählt. Sein Spiel war virtuos, klangvoll und voller Ausdruckskraft – mal volltönend und kraftgeladen, mal getragen und einfühlsam. Besonders bei den Werken von Sviridov und Peschkow wurde die russische Seele der Musik spürbar.
Zwischen den musikalischen Beiträgen bereicherte Gabi Rose den Abend mit feinfühlig vorgetragenen Gedichten von Mascha Kaléko, die dem Konzert eine zusätzliche poetische Dimension verliehen.
Dieser Abend war ein hochinteressantes, stimmungsvolles und rundum gelungenes Erlebnis in der Passionszeit, das den Zuhörenden noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Fotos: Michael Kleuker







