Förderverein für die Kirchenmusik Bennigsen e.V.
 

Sonntag, 30.08.2026

NOKAT, Cello und Geige in der Lüderser Kirche

NOKAT begeisterte mit „frei!“ in der St. Marien-Kirche Lüdersen

Am 30. August 2026 erlebten die Besucherinnen und Besucher der St. Marien-Kirche in Lüdersen ein außergewöhnliches Konzert: Das Duo NOKAT, bestehend aus Nora Matthies (Violoncello) und Katharina Pfänder (Violine und Viola), entführte sein Publikum mit dem Programm „frei!“ in faszinierende Klangwelten, die zugleich vertraut und überraschend neu erschienen.
Im Mittelpunkt des Konzerts standen ausschließlich Werke von Komponistinnen aus mehreren Jahrhunderten. Das Programm spannte einen eindrucksvollen Bogen von barocken Komponistinnen wie Elisabeth Jacquet de la Guerre, Barbara Strozzi und Mademoiselle Duval über die romantischen Klänge Fanny Hensels bis hin zu zeitgenössischen Werken von Aftab Darvishi, Jessie Montgomery und Caroline Shaw.
Besonders beeindruckend war die Vielfalt der eingesetzten Instrumente und Ausdrucksmöglichkeiten. Neben Violoncello, Barockcello, Violine, Viola und Barockvioline nutzten die Musikerinnen auch experimentelle Spieltechniken, Improvisationen und weitere klangliche Erweiterungen. So entstanden immer wieder neue, ungewohnte und zugleich faszinierende Klangräume, die die Zuhörenden auf eine musikalische Entdeckungsreise mitnahmen.
Das Konzert knüpfte damit unmittelbar an das Motto des Abends an. Im Programmheft wurde dies mit den Worten der Komponistin Friederike Robert beschrieben:

„Frei wie der Wind, der sorglos eilt,
Kein Ziel sich stellt und nirgends weilt,
Sasa! So wollen wir in die Welt hinein.
Ja, so wollen wir frei und sorglos sein.“


Diese Freiheit war während des gesamten Konzerts in der Auswahl der Werke, im kreativen Umgang mit den Instrumenten und in der Offenheit für neue Klänge und Ausdrucksformen auf jeden Fall spürbar.

Foto: Udo Niemann

Sonntag, 19.07.2026

Traditionelle Gestorfer Sommermusik

Gestorfer Sommermusik begeistert mit Schubert und Operette

Die Gestorfer Sommermusik erwies sich auch in diesem Jahr als Publikumsmagnet. 115 Besucherinnen und Besucher fanden den Weg zum Konzert und erlebten einen außergewöhnlichen Abend, gestaltet von jungen Musikerinnen und Musikern, die sich mit großer Leidenschaft den Werken Franz Schuberts widmeten.
Im Mittelpunkt des Programms standen Schuberts Kunstlieder sowie sein berühmtes Streichquartett Nr. 14 „Der Tod und das Mädchen“. Die Sängerin Mae Dettenborn und der Bariton Julius Tietje überzeugten mit einfühlsamen, ausdrucksstarken Interpretationen der Schubert-Lieder. Mit großer musikalischer Sensibilität verliehen sie den Werken emotionale Tiefe und berührten ihr Publikum nachhaltig.
Für den instrumentalen Höhepunkt sorgte das Streichquartett mit Fiene Dettenborn (Violine I), Alexandra Grohmann (Violine II), Severin van Schmid (Viola) und Laura MacDonald (Violoncello). In Schuberts Streichquartett Nr. 14 demonstrierten die jungen Musikerinnen und Musiker eindrucksvoll ihr Können. Präzision, Klangkultur und ein nahezu perfektes Zusammenspiel machten die Aufführung zu einem besonderen Erlebnis.
Neben der ernsten und tiefgründigen Seite Schuberts kam auch die heitere Muse nicht zu kurz. Mit beliebten Operettenmelodien von Johann Strauss und Franz Lehár sorgten Mae Dettenborn und Julius Tietje für beschwingte Unterhaltung. Die bekannten Melodien wurden mit großer Ausdruckskraft und Spielfreude präsentiert und bildeten einen reizvollen Kontrast zu den Schubert-Werken.
Ein besonderes Merkmal des Konzerts war die Verbindung von Tradition und junger Kreativität. Die traditionsreiche Konzertreihe, die einst von Waldemar Döling begründet wurde, wird inzwischen von der jüngeren Generation seiner Enkelinnen weitergeführt. Die künstlerische Leitung lag in diesem Jahr bei Mae Dettenborn, die gemeinsam mit einem sorgfältig ausgewählten Ensemble einen facettenreichen Konzertabend gestaltete. Die Arrangements der Kunstlieder und Operettenarien für Streichquartett stammten von Ida und Vincent Dettenborn.
Das Publikum dankte allen Mitwirkenden für ihre hervorragenden Leistungen mit langanhaltendem und herzlichem Applaus. Die Gestorfer Sommermusik bestätigte damit erneut ihren Ruf als kultureller Höhepunkt der Region und als wertvolle Plattform für junge musikalische Talente.

Fotos: Dorit Baumann

Samstag, 18.07.2026

Kultursommerkonzert KI'LUANDA + Band

Ki'Luanda verwandelte die Kirche in einen Ort voller Rhythmus und Lebensfreude

Einen außergewöhnlichen Konzertabend erlebten die Besucherinnen und Besucher beim Auftritt von Ki'Luanda. Gemeinsam mit Moritz Neukam (Bass), Paul Ettl (Drums) und Matthias Lange (Keys) präsentierte die Sängerin ein Programm, das Soul, Gospel und moderne Grooves auf eindrucksvolle Weise miteinander verband.
Bereits die ersten Töne von Amazing Grace machten deutlich, dass dies kein gewöhnliches Konzert werden würde. Mit eigenen Kompositionen wie Rebirth, Wings, Exosphere und Black & Proud spannte die Band einen musikalischen Bogen zwischen kraftvollen Botschaften, gefühlvollen Balladen und mitreißenden Rhythmen. Interpretationen von Klassikern wie Bridge over Troubled Water, A Change Gonna Come, Through the Fire und dem energiegeladenen Proud Mary begeisterten das Publikum ebenso wie die eigenen Songs der Künstlerin.
Was an diesem Abend geschah, erlebt man in einer Kirche nur selten: Die Musik erfasste die Menschen förmlich. Es wurde geklatscht, mitgesungen und schließlich auch getanzt. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer hielt es nicht mehr auf ihren Plätzen. Sie ließen sich von den Rhythmen mitreißen und machten die ganze Kirche zu einer einzigen Bühne. Die Atmosphäre war elektrisierend, voller Freude und Gemeinschaft. Die Kirche vibrierte vor Begeisterung.
Besonders beeindruckend war die Nähe zwischen Künstlern und Publikum. Ki'Luanda verstand es, die Menschen mitzunehmen, sie in ihre Musik hineinzuziehen und eine Verbindung entstehen zu lassen, die weit über ein gewöhnliches Konzerterlebnis hinausging.
Viele Gäste sprachen noch lange nach dem Konzert von dieser einzigartigen Stimmung. Für manche war es die mitreißendste Atmosphäre, die sie jemals in einer Kirche erlebt haben. Zurück blieben leuchtende Augen, große Begeisterung und die Gewissheit, einen ganz besonderen Abend erlebt zu haben.
Ki'Luanda und ihre Band haben nicht nur ein Konzert gegeben – sie haben die Kirche zum Klingen, Schwingen und Tanzen gebracht.

Fotos: Dorit Baumann, Udo Niemann, Michael Kleuker

Samstag, 30.05.2026

Lüderser Serenade "Das VERANDIPROJECT"

Eine Serenade, die musikalische Grenzgänge und neue Hörperspektiven eröffnete

Mit der diesjährigen Lüderser Serenade fand ein Konzertabend statt, der sich in besonderer Weise vom Gewohnten abhob. Mit dem VERANDIPROJECT war ein Duo zu Gast, das bewusst musikalische Grenzen überschreitet und traditionelle Genre-Zuschreibungen auflöst.

Das Verandi Project wurde vom argentinischen Komponisten und Musiker Mario Verandi (Synthesizer) sowie der japanischen Geigerin Hoshiko Yamane (Violine) umgesetzt. Beide bringen eine beeindruckende künstlerische Biografie mit: Mario Verandi kam bereits 2001 als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD nach Deutschland und ist als Komponist auf internationalen Festivals, darunter den Donaueschinger Musiktagen, aufgetreten. Hoshiko Yamane erhielt ihre Ausbildung in Japan und Europa und ist seit 2011 Mitglied der legendären elektronischen Formation Tangerine Dream.
Gemeinsam entfalten sie ein Klangspektrum, das Elemente aus klassischer Musik, Ambient und Jazz miteinander verbindet und so ein ganz eigenes musikalisches Universum entstehen lässt. Synthesizer und Geige treten dabei in einen spannenden Dialog – mal suchend, mal antwortend, immer wieder überraschend.

Wie angekündigt, forderte das Konzert die Hörgewohnheiten des Publikums heraus. Wer sich zunächst auf die Suche nach Vertrautem begab, merkte schnell, dass es sich lohnte, diese Erwartung loszulassen und sich ganz auf das Geschehen einzulassen. Besonders eindrücklich war dabei das Zusammenspiel der Instrumente: Motive der Geige wurden vom Synthesizer aufgenommen, variiert und weiterentwickelt. So entstand ein musikalischer Fluss, der Aufmerksamkeit verlangte und zugleich neue Hörerfahrungen eröffnete. Für viele Besucherinnen und Besucher wurde gerade dies zu einem spannenden und bereichernden Erlebnis.

Zugleich zeigte sich, dass ein solches experimentelles Format auch Herausforderungen mit sich bringt. Die klangliche Präsenz des Synthesizers prägte einige Passagen besonders stark, wodurch die feinen Klanglinien der Geige zeitweise in den Hintergrund traten. Zusätzliche kurze Erläuterungen oder eine direkte Ansprache des Publikums waren nicht vorgesehen, womöglich hätten sie den Zugang zu dieser besonderen Musik noch erleichtert.

Dennoch überwog der Eindruck eines besonderen Konzertabends, der bewusst neue Wege beschritt. Gerade die Mischung aus Bekanntem und Ungewohntem, aus verschiedenen kulturellen Einflüssen – Argentinien und Japan, Elektronik und klassische Violine – machte den Reiz dieser Serenade aus.
Nicht zuletzt trug auch die bewährte kulinarische Begleitung des KiMus-Teams zur gelungenen Atmosphäre bei. Bei einem Glas Vino und den „würzigen Karls“ mit knuspriger Kruste ließ sich der Abend genussvoll ausklingen.

Ein Konzert, das anregte, herausforderte und in Erinnerung bleibt – ganz im Sinne einer lebendigen und offenen Kirchenmusikarbeit.

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Fotos: Wenke von Witzleben und Udo Niemann

Samstag, 25.04.2026

Hannover Kollektiv in der St. Martin Kirche in Bennigsen

Warum in die Ferne schweifen – Ein hochkarätiges Jazzensemble in Bennigsen

Es war ein Konzertabend, der in Erinnerung bleibt: Das Hannover Kollektiv, eine Working Band aus fünf herausragenden Jazzmusikern, gastierte am Samstag in der Bennigser Kirche St. Martin – und verwandelte den Kirchenraum in einen vibrierenden Klangraum voller Energie, Farben und feiner Zwischentöne. Etwa 60 Besucherinnen und Besucher waren gekommen und erlebten ein Programm, das zeitgenössischen europäischen Jazz in seiner ganzen Spannweite präsentierte.

Das Hannover Kollektiv, eine Band, die Zeit investiert – und das hört man. Sie versteht sich nicht als Projektband, sondern als kontinuierlich arbeitendes Ensemble, das seine Musik gemeinsam entwickelt. Diese Haltung prägte den gesamten Abend: Die Stücke wirkten organisch, atmend, voller Dialoge und spontaner Wendungen. Jeder der fünf Musiker brachte seine eigene musikalische Welt ein – Klassik, Avantgarde, freie Improvisation, Bigband Erfahrung und kammermusikalische Präzision verschmolzen zu einem gemeinsamen Klang. Das Ergebnis: Mit Claus Michael Löhr (Trompete/Flügelhorn), Thomas Zander (Saxophone), Achim Kück (Piano), Sebastian Bauer (Kontrabass) und Timo Warnecke (Schlagzeug) stand ein Quintett auf der Bühne, das mit individueller Klasse und gemeinsamer künstlerischer Tiefe eindrucksvoll zeigte, wie lebendig moderner Jazz klingen kann. Denn das Konzert spannte einen weiten Bogen durch die zeitgenössische Jazzlandschaft. Auf dem Programm standen Werke von Enrico Pieranunzi, Wayne Shorter, Alan Pasqua, Kenny Wheeler, Danny Grisset, Chris Potter und Fred Hersch – ergänzt durch Eigenkompositionen von Achim Kück.
Die Auswahl reichte von lyrischen Stücken wie Endless Stars bis zu rhythmisch komplexen Titeln wie Digital Big Foot oder The Cube. Immer wieder öffneten sich Räume für eindrucksvolle Soli: Trompete und Flügelhorn, Saxophon, Piano, Kontrabass und Schlagzeug erhielten jeweils Momente, in denen ihre individuellen Stimmen klar hervortraten – und das Publikum hörbar berührten.

Die Mischung aus anspruchsvoller Komposition, improvisatorischer Freiheit und hörbarer Spielfreude führte zu einem Abend, der das Publikum mitriss. Der Beifall zeugte davon, wie begeistert die Zuhörerinnen und Zuhörer von der Musik, der Atmosphäre und der besonderen Intensität dieses Ensembles waren.

Ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, dass man für Jazz auf hohem Niveau nicht in die Großstadt fahren muss – denn Bennigsen bietet selbst eine Bühne, auf der Musik dieser Qualität unmittelbar erlebbar wird.

Fotos: Dorit Baumann

Samstag, 14. März 2026

Konzert zur Passionszeit in der Lüderser Marienkirche – Akkordeon Total!

Ein außergewöhnlicher Konzertabend mit Alexandre Bytchkov

Die Lüderser Marienkirche erlebte ein musikalisches Ereignis der besonderen Art: Der international ausgezeichnete Akkordeonist Alexandre Bytchkov präsentierte ein beeindruckendes Solokonzert.
Mit warmen Worten hieß Pastorin Nele Thomaier die Gäste willkommen, bevor sich die rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine abwechslungsreiche musikalische Reise einließen. Auf dem Programm standen Werke von J. S. Bach, A. Vivaldi, Z. de Abreu, A. Piazzolla sowie weiteren Komponisten.
Bytchkov, zweifacher Deutscher Akkordeonmeister und Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe, zeigte eindrucksvoll, warum er zu den herausragenden Künstlern seines Fachs zählt. Sein Spiel war virtuos, klangvoll und voller Ausdruckskraft – mal volltönend und kraftgeladen, mal getragen und einfühlsam. Besonders bei den Werken von Sviridov und Peschkow wurde die russische Seele der Musik spürbar.
Zwischen den musikalischen Beiträgen bereicherte Gabi Rose den Abend mit feinfühlig vorgetragenen Gedichten von Mascha Kaléko, die dem Konzert eine zusätzliche poetische Dimension verliehen.
Dieser Abend war ein hochinteressantes, stimmungsvolles und rundum gelungenes Erlebnis in der Passionszeit, das den Zuhörenden noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Fotos: Michael Kleuker